Sehen lernen - besser fotografieren:

SO GELINGEN FOTOS MIT WOW-EFFEKT:

OKTOBER 26 - CHALLENGE

GANZ SCHÖN UNVOLLKOMMEN: WABI SABI

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Hand aufs Herz: Was ist eigentlich Wabi Sabi?

Wir haben alle im September mehr als einmal mit vorwurfsvollem Blick auf den staubtrockenen Waldboden gestarrt und gedacht: „Wo bitte sind eigentlich die Pilze?” Die Natur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht … und was macht man dann? Man nimmt es mit Humor. Und mit einer Prise japanischer Weisheit.

Denn eines hat uns die Trockenheit ja ganz nebenbei geschenkt: rissige Erde, welkes Laub, verblühte Blüten, die sich in Würde verabschieden. Alles Dinge, die wir sonst gern übersehen, weil sie nicht „schön” im Hochglanzsinn sind. Diesen Monat drehen wir also den Spieß einfach um. Wir schauen genau dort hin, wo der Perfektionismus normalerweise wegguckt. 

Kleiner Spoiler: Da wartet richtig viel Schönheit auf uns. Und das Beste daran: Diesmal darf alles ein bisschen schief, rau und unfertig sein. Und der innere Perfektionist hat Pause. Ihr habt es euch verdient.


DIE DEFINITION:

Wabi-Sabi (侘寂) ist ein japanisches Schönheitsideal, das das Unvollkommene, Vergängliche und Schlichte feiert. Der Begriff besteht aus zwei Teilen:

• Wabi steht für Einfachheit, Genügsamkeit und freiwillige Bescheidenheit, also für die Abkehr vom äußeren Glanz.

• Sabi beschreibt die Spuren, die Zeit und Alter hinterlassen: Patina, kleine Risse, Moos.


Dahinter stecken drei Gedanken:. 

Nichts ist von Dauer. Nichts ist vollkommen. Und ein rissiger Teller ist nicht kaputt, sondern hat einfach schon was erlebt. …

 
 DEINE AUFGABE IM OKTOBER:
Fotografiere das Unperfekte, Leise und Vergängliche, und zwar so, dass man seine Schönheit spürt. Es geht nicht um das perfekte Motiv im perfekten Licht, sondern um den stillen, echten Moment. Die Essenz in einem Satz: Wabi-Sabi fragt nicht „Ist das perfekt?”, sondern „Ist das wahr?” Es geht um Bilder, die zeigen, dass nichts bleibt, wie es ist. Das Blatt von heute ist morgen schon ein anderes, und genau deshalb lohnt sich der Klick. Du hältst etwas fest, das es so nie wieder geben wird. Mehr Wert kann kein Foto haben. Vor allem dann nicht, wenn die Geschichte dahinter offensichtlich wird. Mach Kopfkino!

SCHRITT FÜR SCHRITT - SO KANNST DU VORGEHEN:

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Auf Makel-Safari gehen: 
Such Dinge, die altern oder sich verabschieden: welke Blüten, Rost, abblätternde Farbe, Risse im Asphalt, Moos auf der alten Mauer, schmelzendes Eis. Auch der abgewetzte Holztisch zu Hause ist ein Kandidat, und ja, ein vertrockneter Pilz darf ausnahmsweise auch mit. (ha ha ha!)
• 
 Weglassen.
Das ist die Wabi-Regel. Such dir einen ruhigen Hintergrund und gib deinem Motiv Platz zum Atmen. Verwandt damit ist ein zweiter japanischer Gedanke, das Ma: der Raum zwischen den Dingen, die Pause, die Lücke. Ein einzelnes Blatt auf dem Wasser sagt mehr als ein ganzer Herbstwald voller Effekte.
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 Das Licht sanft stellen. 
Nebel, Regen, Bedeckung, diffuses Tageslicht: Endlich hat das Schmuddelwetter mal einen Fanclub. Die grelle Mittagssonne darfst du heute freundlich ignorieren. Dennoch sind Kontraste immer auch wichtig für deine Story.
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 Farben zähmen. 
Gedeckte Erdtöne, sanfte Kontraste, vielleicht auch mal Schwarz-Weiß. 
Knallige Farben gehen zwar auch – sind aber sehr motivabhängig – die Entscheidung mag nicht immer leicht sein … 
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 Fehler willkommen heißen. 
Ein bisschen Korn, eine bewusste Unschärfe, etwas zu dunkel belichtet: alles erlaubt. Ein technisch „falsches” Bild kann in diesem Fall und für diese Aufgabe emotional richtig stark sein. Teste dich selbst.
•
 Auswählen und hochladen. 
Nimm die drei Bilder, die dich am meisten berühren … Upload bitte bis Sonntag, 1. November.
 
 
 

MOTIV-ation:

Und jetzt die gute Nachricht: Für diese Challenge brauchst du weder die Ausrüstung noch das Können noch das perfekte Wetter, sondern vor allem ein offenes Auge und ein bisschen Mut zur Lücke. Kein Bild kann „falsch” sein, weil das Unvollkommene ja gerade der Sinn der Sache ist. Also raus mit dir, such dir dein schönstes Motiv, das eigentlich gar keins ist, und hab Spaß dabei. Lass dich von der Ruhe anstecken, lächle über den Rost und feiere die Risse. Wenn die MOTIVation stimmt, wird jeder Makel zum Motiv.

Und falls doch mal was danebengeht: Auch das ist Wabi-Sabi.

FOTOPLAUSCH ZUR AKTUELLEN CHALLENGE:

Die Challenge endet am Sonntag, den 01. November 2026 . Bis dahin hast du Zeit, um dich auf die Spurensuche zu machen, zum Fotografieren, mit dem Licht zu spielen und Spaß zu haben. Dann kannst du wieder drei deiner Lieblingsfotos, die du zu dieser Challenge gemacht hast, einfach hochladen.

Wir treffen uns dann am Montag, den 02. Oktober, online zum Fotoplausch im FOTOPHORUM. Dann schauen wir wieder gemeinsam die Arbeiten an, analysieren, entdecken und feiern die Ergebnisse.

CHALLENGES IN PLANUNG:

Emotion mit Licht • Fließendes Wasser • Patina • Blaue Stunde
Schwarz-Weiß Challenge • Sternschnuppen im Spätsommer • Spielereien mit dem Bokeh
Spannende Landschaftsaufnahmen • stimmungsvoller Nebel • Glaskugel-Geschichten • Menschen bei der Arbeit
…

»MACHE SICHTBAR, WAS OHNE DICH NIEMALS WAHRGENOMMEN WORDEN WÄRE«
(ROBERT BRESSON)