Sehen lernen - besser fotografieren:

SO GELINGEN FOTOS MIT WOW-EFFEKT:

SEPTEMBER 26 - CHALLENGE

ALLES UNTER EINEM HUT! So einfach kann Sti(e)l sein

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„DAS GEHEIME NETZWERK UNTER UNSEREN FÜßEN”

Das geheime Netzwerk unter unseren Füßen”

Als Beatrix Potter 1897 ihre wissenschaftliche Abhandlung über die Sporenkeimung von Pilzen bei der Linnean Society einreichte, durfte sie den eigenen Vortrag nicht halten – Frauen war der Saal verwehrt. Ein Kollege musste für sie sprechen. Lange bevor sie mit „Peter Hase“ berühmt wurde, verbrachte Potter unzählige Stunden kniend am Waldboden, um Pilze mit wissenschaftlicher Präzision festzuhalten. Sie zeichnete und aquarellierte und ihre Illustrationen gelten bis heute als botanisch bemerkenswert genau – entstanden aus stundenlangem, geduldigem Beobachten am Waldboden.

 

Genau diese Geduld verlangt auch die Fotografie von Pilzen. Sie zwingt uns, langsamer zu werden, uns hinzuknien, den Blick zu senken – dorthin, wo sich eines der faszinierendsten Netzwerke der Natur abspielt. Pilze sind nur die sichtbare “Frucht” eines Organismus, dessen eigentlicher Körper – das Myzel – sich unsichtbar durch den Waldboden zieht und über sogenannte Mykorrhiza-Verbindungen mit Bäumen kommuniziert und Nährstoffe austauscht. Man nennt es heute manchmal das “Wood Wide Web”. Was wir fotografieren, ist also nur die Spitze eines Eisbergs – ein flüchtiger, oft nur wenige Tage sichtbarer Beweis für ein Jahrtausende altes, verborgenes Zusammenspiel.

 

DAS IST DIE AUFGABE IM SEPTEMBER:

Profan im Motiv, anspruchsvoll in der Umsetzung: Genau darin liegt der Reiz der Challenge im September. Ob mit oder ohne „Glow“. So, wie ihr es umsetzen möchtet. Immer gilt: Pilze verzeihen keine Hektik. Sie belohnen aber jeden, der sich Zeit nimmt.

 

SCHRITT FÜR SCHRITT - SO KANNST DU VORGEHEN:

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Standort & Zeitpunkt wählen:

Feuchte, schattige Waldstellen nach Regen sind ideal – Totholz, Moos und Laubstreu sind wahre Pilz-Hotspots. Frühmorgens ist das Licht weich und die Pilze noch taufrisch.
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Perspektive: 
Tief ansetzen
Geht in die Knie, legt euch notfalls auf den Boden. Ihr wisst ja: „Macht euch dreckig“ ist die Devise. Eine tiefe Perspektive lässt Pilze größer wirken und bringt das Glühen in der Kappe erst richtig zur Geltung. 
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Und: Taschenlampe nicht vergessen!
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Licht bewusst einsetzen:

Bewölkter Himmel = natürlicher Softbox-Effekt, ideal für Farbtreue. Bei Sonne: mit einem kleinen Diffusor arbeiten oder in den Schatten ausweichen.
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Künstliches Licht & das perfekte Glühen:

Hier entscheidet sich, ob euer Pilz nur beleuchtet oder wirklich märchenhaft glüht:
Taschenlampe/Handylicht von unten oder seitlich hinter die Kappe halten – das erzeugt den charakteristischen Glow-Effekt. Wichtig: 
gut dosieren, weder zu stark noch zu schwach. Ist der Hintergrund dunkel genug, reicht oft schon wenig Licht für volle Wirkung.
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LED-Lichterkette im Hintergrund: locker aufgehängt oder in der Hand gehalten, erzeugt bei offener Blende verträumte Bokeh-Punkte.
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Zerknüllte Alufolie: als Reflektor zum Aufhellen von Schatten, oder vor einer Lichtquelle bewegt für funkelndes Bokeh.
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Diffusor: Butterbrotpapier oder dünnes Tuch vor der Taschenlampe weicht hartes Kunstlicht angenehm auf.
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Bokeh gezielt gestalten:

Der Hintergrund sollte weich sein – ein schönes Kringel-Bokeh ist ein Bonus, darf aber nicht zu hell sein, sonst wirkt es unruhig und lenkt vom Pilz ab. Lieber gedeckte, dunklere Bokeh-Punkte als grelle Flecken.
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Schärfe richtig setzen:

Nicht der ganze Pilz muss scharf sein – aber die Schärfe sollte mindestens vom vorderen Kappenrand bis zum Stiel reichen, damit genug Detail sichtbar bleibt. Offene Blende (f/2.8–f/5.6) für Bokeh und Fokus aufs Detail; f/8–f/11, wenn mehr durchgehend scharf sein soll. Wer will kann stacken – muss man aber nicht. Ein schöner Unschärfeverlauf macht das Ganze mystischer…
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Details suchen, die die Geschichte erzählen:

Lamellenstruktur, Tautropfen, Farbverläufe im Hut, das Zusammenspiel mit Moos oder Rinde. Oder gar ne Schnecke auf dem Hut?
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Respektvoll bleiben:
Nichts abreißen, nicht ausgraben, keine Standorte verraten (manche Arten sind geschützt!). 
Das Myzel bleibt unberührt im Boden – wir nehmen nur das Bild mit.
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Nachbearbeitung mit Fingerspitzengefühl:

Farben und Kontraste dezent verstärken, aber die natürliche Farbigkeit bewahren – das Glühen soll märchenhaft wirken, nicht künstlich überzogen.
 
 

MOTIV-ation:

Ihr müsst nicht in den tiefsten Wald fahren oder seltene Arten aufspüren – der Reiz liegt darin, das Übersehene sichtbar zu machen. Ein Pilz am Wegesrand, den hundert Menschen achtlos passieren, kann durch eure Linse zur kleinen Skulptur werden. Diese Challenge ist eine Einladung, langsamer zu gehen, genauer hinzuschauen und dem “Wood Wide Web” unter euren Füßen für einen Moment eure volle Aufmerksamkeit zu schenken. Schnappt euch die Kamera, geht raus, kniet euch hin – und zeigt mir, was ihr seht, wenn ihr wirklich, richtig hinseht. Ich bin gespannt auf eure Funde!

FOTOPLAUSCH ZUR AKTUELLEN CHALLENGE:

Die Challenge endet am Sonntag, den 04. Oktober 2026 . Bis dahin hast du Zeit, um dich auf die Spurensuche zu machen, zum Fotografieren, mit dem Licht zu spielen und Spaß zu haben. Dann kannst du wieder drei deiner Lieblingsfotos, die du zu dieser Challenge gemacht hast, einfach hochladen.

Wir treffen uns dann am Montag, den 05. Oktober, online zum Fotoplausch im FOTOPHORUM. Dann schauen wir wieder gemeinsam die Arbeiten an, analysieren, entdecken und feiern, was Bewegung ist.

CHALLENGES IN PLANUNG:

Emotion mit Licht • Fließendes Wasser • Patina • Blaue Stunde
Schwarz-Weiß Challenge • Sternschnuppen im Spätsommer • Spielereien mit dem Bokeh
Spannende Landschaftsaufnahmen • stimmungsvoller Nebel • Glaskugel-Geschichten • Menschen bei der Arbeit
…

»MACHE SICHTBAR, WAS OHNE DICH NIEMALS WAHRGENOMMEN WORDEN WÄRE«
(ROBERT BRESSON)